Weinprobe für Anfänger: genießen ohne Expertenwissen

Inhaltsverzeichnis

Wenn du nach dieser Einführung von der Theorie an den Tisch willst, findest du passende Pläne bei unseren kulinarischen Touren auf Teneriffa und weiteren Ausflügen auf Teneriffa, die Wein, Landschaft und Inselküche verbinden.

Du überlegst, an einer Weinprobe für Anfänger teilzunehmen, weißt aber nicht, wo du anfangen sollst? Das ist völlig normal. Das Schwenken des Glases, das Reden über Aromen oder der Unterschied zwischen einem körperreichen und einem leichten Wein klingen am Anfang wie eine Fremdsprache. Genau dafür sind Weinproben aber da: um zu lernen, Neues zu entdecken und vor allem zu genießen, ohne Experte zu sein.

Hier bekommst du die wichtigsten Tipps, damit du entspannt hingehst, dich wohlfühlst und am Ende sogar ein paar Sätze mitnimmst, mit denen du beim nächsten Abendessen glänzen kannst.

Weinprobe für Anfänger auf den Kanarischen Inseln

Typische Fehler bei einer Weinprobe

Beim ersten Mal macht man fast zwangsläufig etwas falsch. Kein Problem: Diese Fehler sind häufig und leicht zu vermeiden.

Das Glas falsch halten

Der Klassiker ist, das Glas am Kelch zu greifen. Halte es immer am Stiel. Sonst überträgst du die Wärme deiner Hand auf den Wein, veränderst die Temperatur und damit direkt den Geschmack.

Die Aromen überspringen

Der Geruchssinn macht den größten Teil dessen aus, was wir später als Geschmack wahrnehmen. Bevor du trinkst, halte die Nase ins Glas und atme tief ein. Früchte, Blüten, Holz, Gewürze? Dieser Schritt bereitet alles Weitere vor.

Zu schnell trinken

Eine Weinprobe ist kein Wettrennen. Schau dir die Farbe an, rieche, nimm einen kleinen Schluck und lass ihn im Mund wandern. Wer zu zügig trinkt, verpasst genau die Details, wegen derer man hingegangen ist.

Den Gaumen nicht neutralisieren

Zwischen zwei Weinen hilft ein Schluck Wasser oder ein Stück Brot. So vermischen sich die Aromen nicht und jeder Wein bekommt eine faire Chance.

Nach Preis oder Etikett urteilen

Teuer heißt nicht automatisch besser, jedenfalls nicht für deinen Geschmack. Bei einer Probe zählt, was du wahrnimmst, nicht das, was auf der Flasche steht.

So holst du das Beste aus einer Weinprobe heraus

Geh mit Neugier hin

Du musst nichts über Wein wissen, um eine Probe zu genießen, aber eine offene Haltung hilft. Wenn du hingehst, um zu lernen statt zu beeindrucken, wird der Abend deutlich besser.

Frag ruhig nach

Die Leute, die eine Probe leiten, sind alle Fragen gewohnt. Niemand erwartet, dass du französische von amerikanischer Eiche unterscheidest. Frag, was du wissen willst, von „Was bedeutet körperreich?“ bis „Bei welcher Temperatur serviert man diesen Weißwein?“

Merk dir zwei, drei Dinge

Du musst dir nicht alles merken. Ein Wein, der dir gefallen hat, eine Rebsorte, die du nicht kanntest, ein Aroma, das dich überrascht hat: Das reicht schon, um etwas mitzunehmen.

Sag, was du schmeckst

Es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Wenn du Schokolade wahrnimmst und dein Nachbar Pflaume, habt ihr beide recht. Geschmack ist persönlich, und das Gespräch darüber macht die Runde erst interessant.

Kleines Wörterbuch für Einsteiger

Antrunk

Der erste Eindruck im Mund. Der Schluck, der dir sagt: „Ich bin weich“ oder „Vorsicht, ich komme mit Wucht“.

Kirchenfenster

Die Schlieren, die langsam an der Glaswand herunterlaufen, wenn du das Glas schwenkst. Laufen sie langsam und dickflüssig, deutet das auf mehr Alkohol oder Restzucker hin.

Körper

Wie schwer oder leicht sich der Wein im Mund anfühlt. Leicht wie ein Weißwein zum Apéro oder dicht und kräftig wie ein Roter, der nach Fleisch verlangt.

Tannine

Das pelzige, trockene Gefühl, das manche Rotweine hinterlassen. Es kommt aus Schale und Kernen der Traube. Anfangs wirkt es sperrig, gut eingebunden ist es eine Freude.

Bouquet

Die Vielschichtigkeit der Aromen, vor allem bei ausgebauten Weinen: reife Frucht, Vanille, Tabak, Leder. Wer hier „Was für ein elegantes Bouquet“ sagt, macht selten etwas falsch.

Abgang

Der Geschmack, der nach dem Schlucken bleibt. Verschwindet er sofort, war der Wein unauffällig. Hält er lange an, ist das ein gutes Zeichen.

Die Weine der Kanaren, die du probieren solltest

Beim Thema Wein haben die Kanaren einiges zu sagen. Weniger bekannt als andere spanische Regionen, aber mit einem entscheidenden Vorteil: Die Reblaus hat die Inseln nie erreicht, sodass hier alte, wurzelechte Rebsorten überlebt haben, die es sonst nirgends mehr gibt. Dazu kommen vulkanische Böden und sehr eigene Mikroklimata.

Weinprobe mit kanarischen Weinen auf Teneriffa

Auf Teneriffa gibt es gleich fünf Herkunftsbezeichnungen: Tacoronte-Acentejo, Valle de Güímar, Valle de La Orotava, Abona und Ycoden-Daute-Isora. Hier findest du kräftige Rote wie aromatische Weiße. Und du solltest unbedingt in einem Guachinche essen, einem dieser einfachen Familienlokale, in denen der Hauswein aus der eigenen Ernte kommt.

Auf Gran Canaria findest du frische, zugängliche Weine der D.O. Gran Canaria. Lanzarote überrascht mit Weißweinen aus La Geria, wo jede Rebe in einem eigenen Trichter im Lavagestein wächst. Und auf Fuerteventura bringen junge Bodegas Weine mit erstaunlich viel Charakter heraus.

Was bedeutet D.O. bei spanischen Weinen?

Wenn du dich mit spanischem Wein beschäftigst, stößt du ständig auf das Kürzel D.O. Das steht für Denominación de Origen, also die geschützte Herkunftsbezeichnung. Sie garantiert, dass ein Wein aus einer bestimmten Region stammt und festgelegte Regeln zu Rebsorten, Erträgen und Ausbau einhält. Spanien hat rund 70 davon, von den kräftigen Roten der Rioja bis zu den frischen Weißen aus Rías Baixas.

Nach der Probe: den Wein mit nach Hause nehmen

Eine Weinprobe gibt dir nicht nur neue Geschmackserlebnisse, sondern auch Gesprächsstoff. Du kannst danach erklären, warum man vor dem Trinken riecht, was Tannine im Mund machen oder wie unterschiedlich die Weine der einzelnen Inseln schmecken.

Und ziemlich sicher hast du einen Wein entdeckt, der dir wirklich gefallen hat. Nimm eine Flasche mit, kombiniere sie zu Hause mit lokalen Produkten wie Ziegenkäse, Papas arrugadas oder Almogrote, und du holst dir ein Stück der Reise zurück.

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Teneriffa: Guachinche-Route in 4 Stunden

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Bei unseren kulinarischen Touren probierst du nicht nur Wein: Du isst lokale Gerichte, besuchst Familienbodegas mit langer Tradition und bekommst Zusammenhänge erklärt, die in keinem Reiseführer stehen, etwa wie der vulkanische Boden den Geschmack prägt oder warum hier Rebsorten überlebt haben, die es sonst nirgends gibt.

Weinprobe für Anfänger: lernen, weil es Spaß macht

Mit den Jahren vergisst man leicht, wie gut es tut, etwas Neues auszuprobieren, einfach nur, weil es Freude macht. Eine Weinprobe ist ein guter Anlass, das wieder zu tun: lernen ohne Prüfung, sich irren ohne Konsequenzen und genießen wie beim ersten Mal.

Du brauchst kein önologisches Fachwissen, um dich über ein unerwartetes Aroma zu freuen. Es reicht, da zu sein, das Glas und den Kopf zu öffnen und dich überraschen zu lassen. Wenn du also auf den Kanaren unterwegs bist: Mach es. Nicht für die Fotos, sondern für dich.

Häufige Fragen

Überhaupt nicht. Weinproben sind genau dafür gedacht, dass man etwas lernt. Du brauchst kein Vorwissen, nur Lust darauf, dich führen zu lassen und Neues zu probieren.

Nichts zu Formelles und vor allem nichts stark Parfümiertes, weil Duftstoffe die Aromen im Glas überdecken. Wenn die Probe in einer Bodega stattfindet, sind feste Schuhe sinnvoll, weil man oft durch den Weinberg oder den Keller geht.

Wenig und langsam. Ausgeschenkt werden kleine Mengen von mehreren Weinen, meist zwischen vier und sechs. Es geht ums Vergleichen und Verstehen, nicht ums Trinken, und man darf jederzeit ausspucken oder stehen lassen.

Ja, viele Touren sind ausdrücklich für Einsteiger gedacht und werden auf Deutsch oder Englisch begleitet. Du findest sie bei unseren kulinarischen Touren auf Teneriffa, oft in Kombination mit einem Besuch im Weinberg oder einem Mittagessen.

In der Gruppe lernst du andere Reisende kennen und zahlst weniger. Bei einer privaten Tour bestimmst du das Tempo, kannst mehr fragen und der Guide passt Route und Bodegas an deinen Geschmack an.

Die Reblaus hat die Inseln nie erreicht, deshalb wachsen hier alte, wurzelechte Reben und Sorten wie Listan Negro oder Malvasía Volcánica, die es sonst kaum gibt. Dazu kommen vulkanische Böden und große Höhenunterschiede, die den Weinen ihre mineralische Note geben.

Die Kanaren gehören steuerlich nicht zum Zollgebiet der EU, deshalb gelten Freimengen wie bei einer Einreise aus einem Drittland: in der Regel vier Liter Wein pro erwachsener Person. Prüf die aktuellen Grenzen vor dem Rückflug, sie können sich ändern.

Im Handgepäck nicht, weil Flüssigkeiten über 100 Milliliter nicht erlaubt sind, es sei denn, du kaufst sie nach der Kontrolle im Duty-free. Im aufgegebenen Gepäck ja, am besten gut gepolstert oder in einer Weinhülle.

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